Dez 312015
 

John Lennons „Imagine“ ist unzweifelhaft eines der schönsten Lieder, das je auf diesem Planeten geschaffen wurde. Und in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse – insbesondere im Nahen Osten – ist es wieder Zeit, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen:

Stell dir vor, es gibt den Himmel nicht,
Es ist ganz einfach, wenn du’s nur versuchst.
Keine Hölle unter uns,
Über uns nur das Firmament.

Stell dir all die Menschen vor
Leben nur für den Tag.

Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
Das ist nicht so schwer.
Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnte
Und auch keine Religion.

Stell dir vor, all die Leute
Lebten ihr Leben in Frieden.
Yoohoo-Ooh

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst.
Keinen Grund für Habgier oder Hunger,
Eine Menschheit in Brüderlichkeit.

Stell dir vor, all die Menschen,
Sie teilten sich die Welt, einfach so!

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
Aber, ich bin nicht der einzige!
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
Und die ganze Welt wird eins sein.

Die ersten Länder starten Versuche mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, die Geldordnung wird durch Bitcoin und andere Zahlungsoptionen zunehmend umgestaltet, die Idee des Teiles von Eigentum verbreitet sich immer mehr („Share Economy„). Doch der echte Durchbruch der Ideen von „Imagine“ wird kommen, wenn Energie nahezu kostenlos zur Verfügung stehen wird. Selbst Gold wird dann künstlich herstellbar sein, jede Form von materiellem Eigentum eine fundamentale Abwertung erfahren. Und ich glaube auch, dass dann die Religionen nachhaltig ihre kollektive Kraft verlieren werden und sich immer mehr zu sehr individuellen spirituellen Lebensformen transformieren werden.

Noch ist es nicht so weit. Noch stehen vermutlich schwierige Jahre der Umgestaltung vor uns. Doch noch vor dem Jahr 2050 wird unsere Zivilisation nach meiner Einschätzung in ein neues Zeitalter starten und „Imagine“ mehr als nur eine Vorstellung sein.

Bis dahin kann jeder seinen Teil dazu beitragen, um die Welt friedlicher, offener und reicher für alle zu gestalten. Tu es.

Okt 092014
 

Vater vergisst  (Gekürzte Fassung aus Readers Digest von W. Livingston Larned )

„Hör zu, mein Sohn, ich spreche zu Dir, während Du schläfst, die kleine Faust unter der Wange geballt,
die blonden Löckchen verklebt auf der feuchten Stirn. Ich habe mich ganz allein in Dein Zimmer geschlichen.

Vor ein paar Minuten, während ich in der Bibliothek über meiner Zeitung saß, erfasste mich eine Woge von Gewissensbissen. Reumütig stehe ich nun an Deinem Bett.

Ich musste daran denken, dass ich böse mit Dir war, mein Sohn.

Ich habe Dich ausgescholten, während Du Dich anzogst, weil Du mit dem Lappen nur eben über Dein Gesicht gefahren bist. Ich stellte Dich zur Rede, weil Deine Schuhe schmutzig waren. Ich machte meinem Ärger hörbar Luft, weil Du Deine Sachen auf den Boden fallen ließest.

Auch beim Frühstück fand ich manches auszusetzen. Du verschüttetest den Inhalt Deiner Tasse. Du schlangst das Essen hinunter. Du stütztest die Ellenbogen auf den Tisch. Du strichst die Butter zu dick aufs Brot.

Als Du zu Deinen Spielsachen gingst und ich mich auf den Weg zur Arbeit machte, da hast Du Dich umgedreht, gewinkt und mir zugerufen: „Auf Wiedersehen, Papa!“ Doch ich runzelte die Stirn und gab zur Antwort: „Halte Dich gerade und mach keinen solchen Buckel!“

Am späten Nachmittag ging es von neuem los. Als ich die Straße heraufkam, sah ich, wie Du auf dem Boden knietest und mit Murmeln spieltest. Die Strümpfe waren an den Knien durchgewetzt. Ich beschämte Dich vor Deinen Freunden und befahl Dir, vor mir her ins Haus zu gehen. Strümpfe sind teuer – wenn du sie selber kaufen müsstest, würdest Du mehr Sorge dazu tragen!

Das, mein Sohn, warf Dir Dein Vater vor!

Weißt Du noch, später, als ich meine Zeitung las, da kamst Du in die Bibliothek, schüchtern, in Deinen Augen eine Spur von Traurigkeit. Als ich über den Rand der Zeitung blickte, ungeduldig, weil ich nicht gestört sein wollte, da bliebst Du in der Tür stehen. „Was willst Du?“ schnauzte ich Dich an.

Du sagtest nichts, stürmtest nur mit einem Satz durch das Zimmer, warfst mir die Arme um den Hals und küsstest mich, und Deine kleinen Arme drückten mich mit einer Zuneigung, die Gott selber in Dein Herz gepflanzt hat und die trotz aller Vernachlässigung immer weiterblühte. Plötzlich warst Du weg, ich hörte Dich die Treppe hinauftrappeln.

Kurz nachdem Du weggegangen warst, mein Sohn, glitt mir die Zeitung aus den Händen, und eine grauenhafte Angst erfasste mich. Was war aus mir geworden? Vorwürfe und Tadel ohne Ende – damit vergalt ich Dir, dass Du ein Kind warst.

Nicht, dass ich Dich nicht liebe – ich habe nur zu viel von Dir erwartet und Dich nach dem Maßstab meiner eigenen Jahre beurteilt, als ob Du schon erwachsen wärst.

Dabei ist doch so manches an Dir gut und schön und echt gewesen. Dein kleines Herz war groß wie der erwachende Tag hinter den Hügeln. Das zeigte sich in Deinem plötzlichen Entschluss auf mich zuzustürmen und mir einen Gutenachtkuss zu geben.

Das ist das Wichtigste, mein Sohn, alles andere zählt nicht mehr. Ich bin in der Dunkelheit an Dein Bett geschlichen und habe mich beschämt daneben hingekniet. Das ist ein schwaches Bekenntnis; aber ich weiß, Du würdest nicht verstehen, was ich meine, wenn ich Dir alles das bei Tageslicht erzählen würde.

Doch von morgen an werde ich ein richtiger Papa zu Dir sein. Wir werden dicke Freunde werden, und ich werde mit Dir traurig sein, wenn Du traurig bist und mit Dir lachen, wenn Du lachst. Eher werde ich mir die Zunge abbeißen, als ein vorwurfsvolles Wort aus meinem Mund zu lassen. Und unablässig werde ich mir sagen : „Er ist noch ein Junge, nichts als ein kleiner Junge!“

Ich fürchte, ich habe Dich als Mann gesehen. Doch wenn ich dich jetzt anschaue, wie Du müde und zusammengekauert in Deinem Bettchen liegst, dann sehe ich, dass Du noch ein kleines Kind bist. Erst gestern trug Dich Deine Mutter auf dem Arm, und Dein Köpfchen lag an Ihrer Schulter.

Ich habe zu viel von Dir verlangt, viel zu viel.

Apr 172014
 

Heute stieß ich im Web auf eine Liste über die Top 10 Schritte zum Erfolg, der ich einiges abgewinnen kann. Ich habe Sie auf eine Anregung hin etwas modifiziert:

1. Tue es.

2. Tue es wieder.

3. Tue es noch einmal.

4. Tue es ein bisschen anders.

5. Tue es morgen wieder.

6. Tue es und frage nach Hilfe.

7. Finde jemanden der es bereits getan hat.

8. Finde heraus was nicht funktioniert.

9. Finde heraus was funktioniert.

10. Tue es weiter.

Die Liste ist eine andere Form desselben Prinzips, das ich schon vorgestellt habe: Gib niemals auf!

Es ist eine einfache Wahrheit, dass Erfolg mit dem absoluten Willen einher geht, etwas zu ereichen. Diese Idee ist so alt wie die ersten menschlichen Gedanken. Der Schlüssel liegt darin, sich dieses Prinzips genau dann bewusst zu sein und es emotional anzureichern, wenn wir aus Frust, Ermüdung oder anderen Gründen dazu geneigt sind, aufzugeben. Doch wenn das Ziel es wert ist, gibt es nur eine Devise: Tue es weiter!

Jan 092014
 

Diese Worte soll Jesus zu einem langjährig Kranken gesprochen haben, der sodann wieder zu gehen vermochte. Es mag ein „Wunder“ gewesen sein, sofern es eine wahre Geschichte ist. Entscheidend ist jedoch aus meiner Sicht hierbei die Einstellung, die der Kranke hatte. Um das zu verdeutlichen ein Abschnitt aus einem anderen Buch, das ich gerade lese:

„Vor ein paar jahren war ich mit meinem Pferd beim El Morro unterwegs. Da entdeckte ich auf einem Hügelkamm einen Kojoten, der mit seinem Rudel Schritt zu halten versuchte. Ihm fehlte ein Bein. Er war mager. Aber er ist dran geblieben. Das hat sich mir eingeprägt. Es ist etwas, das wir von den Tieren lernen können. Sie vergeuden keine Zeit damit, sich selbst zu bemitleiden.“

Dies ist eine wichtige Botschaft! Wir mögen nur bedingt Einfluss auf Dinge haben, die uns widerfahren. Aber so lange wir Bewusstsein in uns tragen, sind wir es, die unsere Reaktion auf Ereignisse bestimmen können!

Darin liegt eine große Macht, die wir für oder gegen uns einsetzen können. Jammern ist der Ersuch, dass andere uns bemitleiden, uns trösten oder aufbauen. Damit geben wir aber die aktive Rolle ab. Und damit die Kraft, unser Leben selbstbestimmt positiv zu gestalten.

Jesus fragt den Kranken vor seinen heilenden Worten: „Willst du gesund werden?“. Die Frage mutet merkwürdig an, denn intuitiv sollte man meinen, dass es doch klar ist, dass der Mann gesund werden möchte. Wer will das nicht?! Doch wie oft sieht man Menschen um sich herum, die immer die gleichen Leiden beklagen und doch nichts tun, um davon los zu kommen. Im Gegenteil scheinen sich nicht wenige in dieser Rolle zu gefallen und suchen „Gleichgesinnte“ um „das selbe Lied des Jammerns zu singen“.

Für mich habe ich beschlossen, noch mehr darauf zu achten, nicht zu jammern. Und jenen die es tun zu fragen, ob sie es lösen möchten und dann in passender Weise zu sagen:

Stehe auf und wandle!

P.S. Ich gehöre nicht der christlichen Kirche an. Doch die Religionen halten viele wahre Botschaften bereit. Es liegt an uns diese umzusetzen.